Skywalk, Hannover

Der Auftrag resultierte aus dem Wettbewerb für den EXPO- und Messebahnhof, der auch den Skywalk als Verbindung zum EXPO-Gelände umfaßte. In unserem Wettbewerbsbeitrag war der Skywalk noch, wie im Wettbewerb gefordert, direkt an die obere Ebene des Bahnhofs angeschlossen. Der 340 m lange Skywalk, eine über einer bestehenden Straße und deren Zufahrten gespannte Fußgängerbrücke mit Spannweiten bis zu 28 m sollte am Zugang zur EXPO ein Zeichen setzen. Gefordert war ein Bau, der ressourcenschonend mit natürlicher Be- und Entlüftung erstellt und au-ßerdem mit geringen Kosten in nur 5 Wintermonaten zwischen den Messeterminen gebaut werden sollte. Außerdem sollten Tragwerk und Fassaden den freien Blick nicht einschränken.

Aus diesen Vorstellungen entwickelten Schulitz Architekten ein Konzept, das im Gegensatz zu röhrenförmigen Fußgängerbrücken steht, bei denen nur die Laufebene statisch herangezogen wird und so die röhrenförmige Hülle über die gesamte Breite der Brücke spannen muss. Das Konzept ist statt dessen eine Doppelröhre mit einem geschoßhohen Tragwerk, bei dem Diagonalstäbe die Fußgängerebene als Untergurt mit dem Dachtragwerk als Obergurt zusammenwirken lassen. Dadurch wurde es möglich, die Fassadenkonstruktion nur zwischen diesen Ebenen zu spannen und die bogenförmigen Stahlpfosten auf nur 40 mm Tiefe zu bemessen. So wird ein Durchblick möglich, der auch in der Perspektive des Fußgängers kaum eingeschränkt ist.

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Expo – Schirme

Eine Überdachung sollte bei additiver Grundform ein prägnantes Erscheinungsbild bieten, das durch seine Repetition und seine kräftige Farbe zusammen mit modularen Service containern den Hauptachsen des EXPO-Geländes Kontinuität und Identität verleiht. Die Leistungsform wird durch die nur kurzzeitige Nutzung bestimmt. Alle Verbindungen dieser leichten, materialminimierten Struktur sind Schraubverbindungen. Alle Teile sind werkseitig vorgefertigt und können einschließlich der Fundamente nach der EXPO zerstörungsfrei abgebaut und wiederverwendet werden. Die Membranen aus umweltverträglichem Baumwollmaterial sind nur für einen Sommer konzipiert.Das Konstruktionsprinzip ist überzeugend einfach: Vier doppelt gekrümmte Membranflächen über quadratischem Grundriss werden
jeweils zwischen Stahlprofile gespannt, die durch Zug- und Druckstäbe gegen Winddruck und Windsog stabilisiert sind. Jeder Schirm überdeckt eine Fläche von 7,50 x 7,50 m. Die Membranflächen sind linienförmig am Randträger befestigt und werden über die Montage am Hauptträger nachgespannt. Diese Träger dienen auch als Rinne, um das Regenwasser über einen Einlauftopf in ein innerhalb der räumlichen Stütze angeordnetes Regenfallrohr zu führen. Die bei jedem Schirm mögliche Koppelung mit weiteren Überdachungselementen zu flächigen oder linienartigen Gesamtformen wird durch ver-schraubbare Verbindungsbleche erreicht. Über die Randträger greifende Makrolonabdeckungen gewährleisten die Regenundurchlässigkeit im Verbindungsbereich.

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Expo Schirme Nord, Hannover

Die Schirme des Einganges Nord gehen zurück auf einen Entwurf von 1996 für einen Busbahnhof in Oldenburg, der nicht zur Ausfürung kam. Während diese Schirme sich im Verbund gegenseitig stabilisierten, waren im Wettbewerb der temporären EXPO Überdachungen freistehende Dächer von 15×15 m gefordert. Unsere freistehenden Schirme, die mit Zugstäben und doppelt gekrümmten Membranen überzeugend auch gegen abhebende Windkräfte gesichert sind, erhielten im Wettbewerb den ersten Preis und wurden zur Ausführung empfohlen. Sie erwiesen sich jedoch bei der Integration in das städtebauliche EXPO-Konzept in ihren Dimensionen als zu groß. Freistehende Schirme, die nur ein Viertel der Fläche überdeckten, erschienen für die Alleen der nationalen Pavillons angemessener. Es folgte daher ein weiterer Wettbewerb, den wir ebenfalls gewannen.

Die großen Schirme wurden aber dennoch als Lösung gesehen, um den Eingang Nord der EXPO zu akzentuieren und aufzuwerten. Die Schirme sollten hier sogar im Gegensatz zu den kleineren EXPO Schirmen permanent als Mes-seeingang beibehalten werden. Sie machten so die statische Auslegung auf Schneelasten und die Installation einer langlebigen PTFE Memb-ran erforderlich.

Da wir das bestehende, in großen Karrees strukturierte Raster des Vorplatzes erhalten wollten, haben wir die Abmessungen auf dieses Raster abgestimmt und die Schirme in Ihrer Größe auf 11,30×11,30 m reduziert.

Die Schirme wurden hier sowohl freistehend wie auch zusammenhängend für größere überdachte Flächen verwendet. Die klare Akzentuierung der einzelnen Module wurde auch im Verbund mehrerer Schirme durch den Wechsel von transluzenten zu transparenten Flächen über den als horizontale Gitterträger ausgeführten Randprofilen erreicht.

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DATEV – Servicezentrum, Nürnberg

Mit dem Entwurf des neuen Servicezentrums sollte auch eine Verbesserung des heterogenen, ungeordneten Industrie- und Gewerbegebiets erreicht werden. Ein schon bestehender und dominierender, langgestreckter Bau der DATEV in direkter Nachbarschaft wurde so zum Ausgangspunkt des Organisationskonzeptes: 4 langgestreckte Riegel und ein Turmbau bilden nicht nur eine geordnete Gebäudestruktur sondern schaffen auch einen öffentlichen städtischen Raum.

Alle Riegel sind funktional auf drei Ebenen, (Unter-, Erd- und Obergeschoss) mit einander verbunden. Diese Verbindungen umfassen Flure, vertikale Kerne und Brücken und formen ein durchgängiges Netzwerk.

Die Baukosten wurden für die mehrgeschossigen Riegel durch eine kostengünstige Betonfertigteilbauweise und für die eingeschossigen Erdgeschoßbauten durch eine leichte, flexible Stahlver-bundbauweise niedrig gehalten. Eine filigrane Sonnenschutz- und Wartungshülle stellt nicht nur die formale Verbindung der unterschiedlichen Konstruktionen her, sondern hilft auch Wärmelasten und Blendung in den Arbeitsräumen zu reduzieren. Auch die thermische Ausnutzung der Speichermassen der Bauteile, die während des Tages durch einen weitgehenden Verzicht auf Unterdecken Wärmelasten absorbieren, die nachts durch Kühlung über Entlüftung wieder abgegeben werden, sind ein Beitrag zur Senkung der Baukosten und zum wirtschaftlichen Betreiben des Gebäudes. Dieses Konzept wurde im 2. Bauabschnitt weiter optimiert.

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Plaza-Café, Hannover

Die wichtige Nord-Süd Achse auf dem EXPO-Gelände durchquert die EXPO-Plaza und bedurfte nach Norden eines Abschlusses. Dieser Standort bildet gleichzeitig auch den virtuellen Kreuzungspunkt mit der Ost-West Allee des westlichen Geländes und verlangte daher einen weit sichtbaren Akzent. Ein Nutzungskonzept bestand aber nur für das Bauvolumen eines Cafés und auch für dieses war lange kein Betreiber zu finden. Die Realisierung des Plaza-Café stand daher auch Anfang 2000 kurz vor Eröffnung der Weltausstellung noch in Frage.
Der Entwurf wurde daher durch Leistungen bestimmt, die der zeitliche und örtliche Rahmen forderte, nämlich ein weithin sichtbarer Bau, der im Falle der Realisierung mit geringsten Kosten in kürzester Zeit erstellt werden konnte. Durch die Anordnung der Nutzflächen auf drei terrassierten Ebenen wurde eine Gebäudehöhe geschaffen, die den Raum der Plaza städtebaulich schließt. Das konstruktive Konzept entwickelte sich aus dem Abstand der Bäume beider Baumalleen als Konstruktionsraster. Um das Gebäude noch stärker als Achsen- und Platzabschluss wirken zu lassen, war ursprünglich über jeder Stütze ein schwebender Ballon in der Größe einer Baumkrone geplant, der später durch eine hohe, nachts angestrahlte Stehle ersetzt wurde.

Das Café ist ein reiner Stahlbau und wurde in nur 75 Tagen errichtet. Das Restaurant mit seinen Terrassen bietet bis zu 400 Personen Platz. Die Terrassen werden durch ein Glasdach vor Regen geschützt.

Begünstigt durch die einfache Bauweise konnte der Bauherr das Café im Jahr 2013 komplett verkaufen. Das Gebäude wurde in Nigeria neu errichtet.

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Pavillon des Vatikans, Hannover

Der EXPO Pavillon sollte nach der Weltausstellung als Kirche und Gemeindezentrum in Liepaja, Lettland wieder aufgebaut werden. Dies führte zur Entwicklung einer modularen Bauweise in Holz mit einer Fügetechnik, die einen leichten Auf- und Abbau begünstigt.

Auf dem EXPO-Gelände orientierte sich der Pavillon mit seinem Hauptzugang zur Erschließungsachse der nationalen Pavillons. Der Eingang wurde durch die Vertikalität eines Glockenständers betont, der nicht frei stand, sondern in den einfachen rechteckigen Grundriß des Pavillons integriert war.

Der Pavillon, als modularer Baukasten entworfen, vereinte alle Funktionen veränderbar unter einem Dach. Der Ausstellungsraum umschloss einen ruhigen Hof und sollte in seiner Form an die Kreuzgänge alter Klöster erinnern. Er stieg dann zu einem sakralen Raum als Höhepunkt der Ausstellung an. Dieser sakrale Raum, der spätere Kirchenraum von Liepaja, erreichte die gleiche Höhe wie der Glockenständer und bildete mit diesem zusammen die Hauptfassade zum EXPO-Areal.

Der Hof und Kreuzgang bot gegenüber dem Umfeld der Weltausstellung mit seinem Treiben einen Bereich der Stille und Besinnung. Nur zu besonderen Anlässen sollte dieser Hof zur EXPO hin, d. h. zu der Erschließungsachse der nationalen Pavillons über die gesamte Länge geöffnet werden. Die hierfür vorgesehenen Klappen aus Holzlamellen sollten dann hochgestellt eine Art Vordach bilden.

Der gesamte Bau wurde aus Elementen mit 3,60 m Seitenlänge zusammengesetzt, größere Spannweiten wurden durch Unterspannungen und Sprengwerke überbrückt, die der großen Ausstellungshalle Maßstab und den sakralen Charakter verliehen. Glaselemente und geschlossene Paneele von 120 x 360 cm sollten im Wechsel je nach Ausstellungskonzept bzw. je nach späterer Funktion in Liepaja eine lebendige Fassade bilden.

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Antennenempfangsmast, Leipzig

Um für den neuen Antennenempfangsmast in Leipzig mit seiner Höhe von über 50 m ein innovatives Konzept und ein ansprechendes Erscheinungsbild zu erhalten, wurde ein beschränkter Wettbewerb ausgelobt, aus dem der Entwurf von Schulitz Architekten als Sieger hervorging.
Der Turm dient mit seinen drei Plattformen auf 39, 45 und 50 m Höhe der Positionierung und dem Betrieb von Funkmess-Peilantennen. Er trägt die größte Plattform auf 39 m Höhe auf einem Dreigurtmast in Vierendeelform. Einer der drei Gurte verläuft als Hauptgurt bis zur Mastspitze und trägt zwei weitere Plattformen. So entsteht eine statisch sinnfällige, sich verjüngende Turmsilhouette. Die Verbindungsstreben des Dreigurtmastes sind der Beanspruchung folgend mit nach oben hin zunehmenden Abständen von 1,25 bis 5,0 m angeordnet, wodurch, in der Perspektive von unten, eine optische Täuschung den Turm niedriger erscheinen lässt, als er eigentlich ist.
Die gesamte Konstruktion ist so konzipiert, dass alle Teile für übliche Verzinkungsbäder und für den Straßentransport bemessen sind. Die im Werk mit ihren Verbindungsstreben verschweißten Gurte werden auf der Baustelle in Vormontage zur Vierendeelstruktur verschraubt und komplett in Teilstücken vom Kran in die endgültige Position gehoben.
Als letztes Teil wird auf der höchsten Plattform eine vorgefertigte, 5 m hohe ausfahrbare Antennenkonstruktion installiert, die die Gesamthöhe und Wirkung des Mastes nochmals vergrößert.

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Messehalle 8/9, Hannover

Die Halle 8/9 liegt inmitten des EXPO-2000 / Messegeländes und soll daher von allen Seiten als ein kristalliner, klarer Baukörper gesehen werden.

Nach Osten und Süden hat der Bau eine signifikante Fernwirkung, vor allem in den Morgen- und Abendstunden wird er von der Plaza aus und für den auf dem Messeschnellweg von Süden kommenden Autofahrer als weit sichtbares Zeichen der EXPO 2000 / Messe gesehen.

Eine Halle von 120 x 260m Breite stützenfrei zu überspannen und dabei ressourcenschonend zu bauen, heißt in erster Linie den Materialverbrauch zu minimieren. Ausgangspunkt der Optimierung des Tragwerks war ein Primärträger über die kürzest mögliche Spannweite (110m) und ein möglichst auf Zug beanspruchtes Sekundärtragwerk.

Die Halle 8/9 ist natürlich belichtet und belüftet. Die Form des Daches mit seiner Hängeschale unterstützt die Thermik und das natürliche Entweichen der heißen Luft im Sommer. Am höchsten Punkt befinden sich verstellbare Lüftungslamellen, die zur Strömungsregulierung dienen.

Ein darüberliegender Leitflügel unterstützt durch den Venturieffekt die Luftströmung und schützt die Öffnung vor Regen. Der Flügel bietet mit seiner Lufthinterströmung und Ausrichtung nach Süden ideale Bedingungen für photovoltaische Stromerzeugung.
Die Dachflächen werden in ihrem steilsten und höchsten Bereich Halle nach Norden hin zur Belichtung der verglast. So wird ausschließlich diffuses Licht zur Ausleuchtung der Halte genutzt.

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Messehalle 13, Hannover

Die Lage der EXPO-Messehalle mit der Haupt-Ost-West-Baumallee im Norden und einer angrenzenden niedrigen Wohnbebaunug im Süden führte zu einer Form der Halle, die sich mit einer großzügigen Verglasung dramatisch zu dieser Allee hin ausrichtete. Eine Serviceschiene geringer Höhe leitete zum Maßstab der Wohnbebauung im Süden über.
Die Halle mit den Abmessungen 105 x 240 m sollte sowohl für Sportveranstaltungen als auch für Ausstellungen nutzbar sein und ist daher stützenfrei. Um trotzdem ressourcenschonend zu bauen, wurde das Tragwerk schrittweise im Hinblick auf Materialverbrauch und Arbeitsaufwand minimiert. Kettenlinie und Bogen boten sich hierfür an.

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Sanierung Bürogebäude, Dresden

Bei dem 7- geschossigen Bürogebäude mit ca. 12.000 m² BGF handelt es sich um einen 2- flügeligen Experimental-Stahlbetonskelettbau (System SKBS 75) in Betonfertigteilbauweise aus dem Jahr 1976. Gegenstand der Sanierung war der gesamte Innenausbau sowie die Fassadenhülle. Die Fensterelemente wurden durch Fensterbänder aus einer thermisch getrennten Alu-Pfosten-Riegel-Konstruktion ersetzt sowie durch einen außenliegenden, computergesteuerten Sonnenschutz ergänzt. Die vorhandenen Betonbrüstungselemente erhielten eine zusätzliche Dämmung sowie eine hinterlüftete Verkleidung aus Trapezblechen und farblich abgesetzten Glattblechkassetten. Das ehemals als Arbeitsamt der Stadt Dresden genutzte Bürogebäude beherbergt heute neben flexiblen Büronutzungseinheiten eine Schule, ein Konferenzzentrum sowie ein Cafe.

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