Boulevard Carree, Neubrandenburg

Die historische Altstadt von Neubrandenburg ist geprägt durch ihre orthogonale Blockrandbebauung, die hauptsächlich Wohnnutzungen und in den wichtigeren Straßen im Erdgeschoss Läden aufweist. Die Läden leiden jedoch unter dem Wettbewerb mit neuen Einkaufszentren in den Außenbezirken. Auf einem nicht geschlossenen Block an der Stadtmauer zwischen Turm- und Neutorstraße soll daher ein Fachmarkt geplant werden, der als Zielpunkt vom Zentrum aus die Laufkundschaft für die Läden erhöht. Unser Entwurf vervollständigt den Block entlang der Neutorstraße mit einem angemessenen Abstand zum Neutor. Im Blockinnern wird ein eingeschossiger Baukörper angeordnet, der den Straßenraum der Ringstraße wiederherstellt. Auf diesen Baukörper aufgesetzt ist das zweite Geschoss des Fachmarktes. Dieses Geschoss in Form einer Ellipse ist mit einem geringen A/V-Verhältnis vom Blockrand abgelöst und bildet, der Nutzung entsprechend, eine Sonderform,
ohne aber das städtebauliche Grundprinzip zu verlassen.

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Brücke über den Ziegelsee, Schwerin

Es ist immer das Ziel, trotz geringen Material- und Energieaufwandes jedem Bauwerk eine besondere Identität zu verleihen, d. h. der Bau muss so entworfen werden, dass zwar nichts hinzugefügt werden muss und nichts weggelassen werden kann, aber dennoch eine Ausstrahlung vom Bau ausgeht.
Bei der Klappbrücke über den Ziegelsee haben wir dieses Prinzip zum Äußersten getrieben. Wir haben selbst auf die für Klapp- und Zugbrücken üblichen Konstruktionen für die zum Heben der Brücke notwendigen Gegengewichte verzichtet. Durch die Teilung der Brücke in eine Fahrbrücke und zwei Fußgängerbrücken und ihre Verbindung über ein Getriebe werden die Fußgängerbrücken selbst zum Gegengewicht der Fahrbrücke und umgekehrt.

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Messehalle 27/28, Hannover

Nach den weitgespannten EXPO 2000-Hallen, die auch für Konzert- und Sportveranstaltungen entwickelt wurden, wünschte die DMAG nun eine reine Messehalle mit moderaten Stützweiten. Es ging vor allem um Kosteneffizienz im Bau und Betrieb. Unser Projekt kann trotz einfacher Konstruktion und niedriger Kosten der neuen Generation der formal anspruchsvollen DMAG-Hallen zugeordnet werden. Da Konstruktion, Belichtung und Belüftung sich gegenseitig bedingen, wurden Stützenstellung und Trägerformen integral aus der Belichtungs- und Belüftungstechnik entwickelt, um eine maximale Leistung zu minimalen Kosten zu erreichen.

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Fußballstadion für die WM 2006, Köln

Ziel war, im Hinblick auf die Sichtverhältnisse eine Idealform eines Stadions, sowohl im Grundriss wie im Aufriss, zu schaffen.
Alle Plätze liegen so im Bereich eines 90m Radius von der Feldmitte, d.h. nicht weiter als 150m von einer Eckfahne entfernt. Dadurch werden gleichzeitig auch die Zuschauerzahlen auf den bevorzugten Längsseiten des Feldes maximiert. So entsteht eine Tribüne mit einer dynamisch geschwungenen Konstruktion, die durch die Linie des Daches, das nach dem Prinzip eines Speichenrades konzipiert ist noch verstärkt wird. Diese Linie strebt über den Bäumen liegend eine Harmonie mit den Formen der Natur an und erhält so das charakteristische Merkmal des früheren Stadions. Die alten schrägen Flutlichtmasten werden durch weniger aufdringliche und in die Konstruktion integrierte Anlagen ersetzt.
Das Dach selber soll durch eine innere transparente Fläche aus UV-lichtdurchlässiger ETFE-Folie das kritische Problem des Rasenwachstums lösen, das alle engen modernen Fußballstadien betrifft. Bisher führte dieses Problem bei anderen Stadien entweder zu einem mehrfachen Rasenaustausch pro Saison oder aber zu anderen total überzogenen technischen Maßnahmen, wie ausfahrbaren Rasenflächen oder elektrisch betriebenen UV-Beleuchtungssystemen.

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Hallenverbindungen, Hannover

Es war der Wunsch der Deutschen Messe AG, die Hallen des Messegeländes in Hannover regensicher durch Überdachungen miteinander zu verbinden.

Das Leitbild war eine schwebende Glasscheibe, die nur durch die allernötigsten konstruktiven und gebäudetechnischen Elemente in Erscheinung tritt, denn die Hallenverbindungen sollten im Fußgängermaßstab nicht versuchen, zu den sehr expressiven großmaßstäblichen Hallen in Konkurrenz zu treten. Nur durch ihre konstruktive Logik sollten sie wirken.

Aufgrund der Anschlüsse bzw. engen Abstände zu den bestehenden Hallen sind die tragenden Stützen nach innen gerückt, so daß die Traufkante nur als Strich in Erscheinung tritt, und keine Konflikte zwischen Stützen und bestehenden Bauten entstehen. Die Raster der anschließenden Bauten werden zudem so auf die Hallenübergänge übertragen, daß Konflikte bei den Anschlüssen vermieden werden, und die Hallenverbindungen wie eine formale Einheit mit den Hallen wirken.

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Akademie, Magdeburg

Bei dem Umbau des ehemaligen Reichsbahndirektionsgebäudes in die Akademie für Darstellende Künste Magdeburg handelt es sich um die Sanierung des vermutlich ältesten in Deutschland noch existierenden Bahnhofes (Baujahr 1838/39). Das zentral in der Innenstadt von Magdeburg an der Elbe gelegene Gebäude weist eine bewegte Baugeschichte auf und ist eines der wenigen Gebäude in Magdeburg, das Kriegs- und Nachkriegszeit relativ intakt überstanden hat.
Nachdem der Bahnhof 1859 und 1876 erweitert und zum Verwaltungsgebäude umgebaut worden war, wurde er mit Unterbrechungen bis 1991 von der Reichsbahn genutzt. Ab 2002 erfolgte eine umfangreiche Totalsanierung in ein Schul- und Verwaltungsgebäude, das zusätzlich verschiedene repräsentative Veranstaltungsflächen aufweisen sollte.

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Universitäts-Bibliothek II, Braunschweig

Die Bibliothek soll nicht als Solitär den Kontext des ehemaligen Kasernengeländes negieren, sondern die vorhandenen städtebaulichen Strukturen aufnehmen und schon allein durch ihre besondere Lage eine neue Qualität schaffen. Als übergeordnete Funktion erlaubt sich die Bibliothek, den Grünzug zu teilen, um so eine Platzfolge zu definieren und ihre Sonderstellung zu betonen. Dabei bleiben durch die Aufständerung der beiden Obergeschosse die achsialen Sichtbezüge erhalten. Durch eine kreisrunde vertikale Aussparung des Gebäudes kann selbst der vorhandene Baumbestand erhalten und in das Konzept integriert werden.
Im Gegensatz zu Bibliotheken, die klar das Magazin vom Lesebereich trennen, sind hier die Arbeitsplätze direkt bei den Büchern angeordnet. Gleichwertig belichtete Arbeitsplätze werden durch die langgestreckte Gebäudeform ermöglicht. Im Westen liegen Standardarbeitsplätze und im Osten vor der Fassade kleine Kabinetts für zurückgezogenes Arbeiten.
Transparenz und Offenheit bieten den Benutzern eine helle freundliche Arbeitsatmosphäre.

Das Gebäude ist eine Stahlverbundkonstruktion mit Kammerbeton und steht für filigrane Abmessungen, kurze Bauzeiten, niedrige Kosten, guten Brandschutz und hohe Flexibilität.

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Panoramaaufzug, Königstein

Gesucht wurde eine Lösung, die es Besuchern ermöglicht, die zwei hochliegenden Ebenen der Festung Königstein direkt, schnell und behindertengerecht zu erreichen. Die Aufzugsanlage sollte die Parkplatzebene mit der Kranichkasematte (+35 m) und der Mauerebene (+42 m) verbinden.

Angesichts des historischen, denkmalgeschützten Umfeldes und der von allen Seiten sichtbaren Lage außen an der Felswand wurde eine extrem minimalistische Lösung entwickelt. In ihrer Erscheinung ist sie auf das Minimum reduziert, was an Installation für die Aufzugstechnik erforderlich ist. Die Reduktion des Schachtgerüstes auf lediglich zwei Tragrohre, an denen die gesamte Aufzugstechnik geführt wird, und den Wegfall der Fassaden werden hohe Windlasten vermieden und so geringe konstruktive Querschnitte und eine sehr kostengünstige Ausführung erreicht. Die Rückverankerung im Felsen wird auf wenige Punkte beschränkt, deren Tragfähigkeit durch moderne Spezialanker zuverlässig gewährleistet ist.

Die Lage der Führungen der Kabine ist im Sinne größerer Panoramawirkung zur Seite verschoben. Die Ausrichtung der Kabine senkrecht zum Fels gibt den Blick parallel auf den eindrucksvollen Verlauf der Mauern sowie der dahinterliegenden Landschaften rechts und links frei und bildet so eine zusätzliche Attraktion.

Den Zugangsbereich in der unteren Ebene bildet ein leichtes, rundes Dach als Witterungs- und Steinschlagschutz.

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Petritorbrücke, Braunschweig

Der Entwurf formuliert den historischen Übergang über die braunschweiger Wallanlagen neu. Die Brückenteile – die Hängebrücke für die Fußwege und die Hauptbrücke aus Stahlverbundträgern auf Stützen – bewirken einen klaren Wiedererkennungswert sowohl von der Straßenebene als auch vom Flußufer. Die Qualität des Entwurfs liegt in der klaren konstruktiven Durcharbeitung der Brückenkonstruktion, in der Großzügigkeit des Raums unter der Brücke und dem Erlebnis des Flußübergangs durch die Teilung der Brücke in drei Einheiten.

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Plaza-Bühne, Hannover

Auch nach der Weltausstellung stellt das Freiluft-Theater auf der Plaza einen wichtigen Akzent dar. Durch die diagonale Ausrichtung des Spielbetriebes ergibt sich im Gegensatz zu den am Platz vorherrschenden eckigen Formen eine Rundform, die auch das vorhandene Geländegefälle ausnutzt. Während der EXPO fanden hier täglich Aufführungen von Spiel- und Musikgruppen aus aller Welt statt. Die 1900 m² große Überdachung bot den Zuschauern und Aufführenden Schutz vor Sonne und Regen.

Die Bühne kann in 2 Richtungen bespielt werden, diagonal zum offenen zentralen Bereich der Plaza und entgegengesetzt zum überdacht und abgetreppt ansteigenden Bereich, der sich zum Sitzen anbietet. Während die Membran zwischen innerem und äußerem Ring das Licht dämpft, wird die Bühne mit einer nach Norden geneigten Schrägverglasung durch den stärkeren Lichteinfall hervorgehoben. Für Aufführungen mit künstlichen Lichteffekten kann die Glasfläche durch Alu-Lamellen abgedunkelt werden. Eine Lüftungsfuge zwischen beiden Dachflächen führt über natürliche Thermik die Wärme der Beleuchtungseinrichtung wie der Sonneneinstrahlung ab.

Die Dachmembran spannt sich zwischen einen Druckring von 49 m Durchmesser, der von Nord nach Süd geneigt ist und einen von Süd nach Nord geneigten Zugring von 16 m Durchmesser, der über der Spielfläche liegt. Durch die Verspannung der Membran (PTFE) entsteht eine für die Akustik günstige Form. Die Regenrinne wird am unteren Ende der Membran aus Fachstahl geformt und ist vom Druckrohr durch Konsolen getrennt, die gleichzeitig eine Kabelbühne und die äußere Bühnenbeleuchtung tragen. Die Tragelemente für Beleuchtungs- und Beschallungsanlagen über der Bühne selbst bestehen aus handelsüblichen Bühnenbauelementen.

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