Arena Fonte Nova, Salvador da Bahia, Brasilien

FIFA World Cup Stadium 2014 / Olympische Sommerspiele 2016

Der Bundesstaat Bahia (Brasilien) hatte 2008 in einem Wettbewerb die Teilnehmer gebeten, Vorschläge zum Umgang mit dem einsturzgefährdeten innerstädtischen Stadion zu erarbeiten. Dem Büro SCHULITZ (Braunschweig) wurde in Zusammenarbeit mit TETRA Arquitetura (Sao Paulo) und RFR Ingenieure (Stuttgart) im September 2008 der 1. Preis zuerkannt.

Der Tradition verschiedener brasilianischer Stadien folgend wurde die neue ITAÍPAVA ARENA FONTE NOVA in Hufeisenform mit einer Öffnung nach Süden geplant. Durch diese Öffnung steht das Stadion im direkten Bezug zum südlich gelegenen See. Die traditionelle Form in Kombination mit zukunftsweisenden Designaspekten moderner Stadien hat den ökologischen und nachhaltigen Vorteil, nicht nur eine gute Durchlüftung des Rasens zu bieten, sondern auch eine ganzjährige Nutzung des Stadions für verschiedenste Veranstaltungen, wie z.B. Konzerte, Hochzeiten und Kongresse zu ermöglichen.
Der Bau hat sich schon kurz nach der Fertigstellung als Mittelpunkt des kulturellen Lebens der Stadt entwickelt, denn die Fläche der südlichen Öffnung hat sich für den Auf- und Abbau verschiedener Bühnen und Installationen hervorragend geeignet.
Ein schwebendes Restaurant über der südlichen Öffnung wird zum szenographischen Erlebnis, dass täglich verwendet werden kann.

Das Team SCHULITZ Architekten / TETRA Arquitetura entwarf das Dach der ITAÍPAVA ARENA FONTE NOVA in Zusammenarbeit mit RFR Ingenieure, Stuttgart/Paris. Durch eine innovative Speichenradvariante für das Dach, bei der die Dachmembran zwischen den Seilringen angeordnet wurde, erreichte das Designteam eine maximale Leistungsfähigkeit bei geringstem Materialaufwand. Die extrem hohen Luftstützen durchstoßen das Dach und ergeben so ein hohes, statisch wirksames konstruktives System. Das Gewicht des Daches liegt bei nur 45 kg/m², wodurch es sich um eines der leichtesten Dachkonstruktionen weltweit handelt.
Die zur Hälfte über und unter der Dachhaut liegenden Seilringe bieten auch Vorteile für die unterschiedlichen funktionalen Anforderungen eines Stadions: Sie ermöglichen ungestörte Sichtlinien, und die sich ergebende geringe Dachneigung verbessert den Sonnenschutz, die Entwässerung und verringert die Windangriffsfläche entscheidend.

Anfang Februar 2014 wurde das Stadion u.a. auf Grund der nachhaltigen Dachkonstruktion mit der LEED Zertifizierung in Silber ausgezeichnet.
Bei der Auszeichnung des Stadion hatte die Fassade ebenfalls einen großen Anteil: Die großformatigen horizontalen Lamellen wurden in ihrer Neigung in Abhängigkeit von der Orientierung der Fassade und den dahinterliegenden Funktionen unterschiedlich installiert, um den Energieeintrag durch solare Strahlung zu reduzieren.
Desweiteren wurde u.a. der Wasserverbrauch durch die Verwendung von Regenwasser reduziert, der Energieverbrauch des Stadions durch innovative Systeme optimiert, der Primärenergieverbrauch der einzelnen Materialien bewertet, der Beton des abgebrochenen Stadions wiederverwendet und der Bauablauf nachhaltig organisiert.

Nach 4-jähriger Planungs- und Bauzeit wurde die Arena Fonte Nova Anfang April 2013 mit einem Fußball-Lokalderby Bahia – Vitoria offiziell eingeweiht.
Im Sommer 2013 fanden hier 3 Spiele des Confed-Cups statt; 2014 werden 6 WM-Spiele im Stadion ausgetragen, unter anderen das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft in der WM 2014 gegen Portugal.
Das IOC hat sich ebenfalls entschieden, 2016 Spiele des olympischen Fußballturniers im Stadion durchzuführen.

© Ulisses Dumas / Ag: BAPRESS
© Ulisses Dumas / Ag: BAPRESS
© Ulisses Dumas / Ag. BAPRESS
© Erik Salles / Ag. BAPRESS
© David Campbell / Ag. Faquini
© Ulisses Dumas / Ag: BAPRESS
© Rogerio-Dipold
© BAPRESS
© Schulitz Architekten
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